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Letzte Pressemeldungen
Hochseeseglerabend im Rathaus zu Bremen
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75 Jahre Segelkameradschaft „Das Wappen von Bremen“ 08.11.2009 von Uli Schürg
Zum 73. Mal fand in diesem Jahr der traditionelle Bremer Hochseeseglerabend der Segelkameradschaft „Das Wappen von Bremen“ e.V. , kurz: SKWB, statt. Gleichzeitig feierte der 1934 gegründete Segelverein sein 75 jähriges Bestehen. Fast 500 Hochseesegler aus der gesamten Bundesrepublik mit Gästen aus dem In- und Ausland, aus Politik, Wirtschaft, Sport und Verwaltung, nahmen am Sonnabend, dem 07. November 2009 an der Jubiläumsfeier im Bremer Rathaus teil.
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In Vorträgen zur Geschichte der Segelkameradschaft und der Bedeutung der Ausbildung von Jugendlichen auf See, stach besonders das Zitat des Gründers der SKWB aus dem Geleitwort zur Vereinssatzung hervor: Seefahrt heißt, ein Ziel auch gegen zermürbende Schwierigkeiten anzusteuern. Junge Menschen, die dieses gelernt und erfahren haben, sind später im Leben erfolgreicher und geben gute Führungskräfte ab.
Das Ansehen der SKWB ist wesentlich von der Ausbildung von Hochseeseglern geprägt.
Anschließend stand die Vergabe der Preise für herausragende Leistungen im Hochseesegelsport im Mittelpunkt des Abends.
Der „Silberne Globus“ wurde vergeben für eine Langfahrt von Tom und Tatjana Witt mit ihrer Yacht „Breakpoint“, abseits der normalen Routen von Papua-Neuguinea nach Yap, einer Insel in Mikronesien und von dort weiter nach Hong Kong. Mit dem silbernen Globus wird eine Langfahrt abseits der normalen Routen gewürdigt. Die „Breakpoint”, eine 14m Aluminiumyacht wurde von Tom und Tatjana Witt aus Hamburg für weltweites Fahrtgebiet ausgebaut. Mit nur 1,55m Tiefgang konnten auch Liegeplätze in unzugänglicheren Gebieten sicher erreicht werden. Die ausgezeichnete Etappe startete in Yap, einer Insel in Mikronesien. Dort ging am 12. Februar Anker auf Richtung Hong Kong. An Stelle der üblicherweise gewählten Route über die Philippinen entschieden sich Tom und Tatjana Witt für die Seestrecke über den NW Pazifik um die Nordspitze von Luzon in das Süd-Chinesische Meer. Auf der 1.700 Seemeilen langen Strecke von Yap nach Hong Kong wurde nach dem Nordost Monsun ein schwerer Sturm abgewettert, in dem sogar einige Fischerboote und ein Containerschiff sanken. Mit Sturmsegeln lief die Breakpoint vor dem Sturm ab, und hielt sich gut von Cape Engano frei um bei den dortigen starken Gezeitenströmen nicht auf Legerwall zu geraten. Nach zwei Sturmtagen kam besseres Wetter, dann aber musste bei schlechter Sicht im südchinesischen Meer sorgfältig den vielen Fischerbooten ausgewichen werden. Tom und Tatjana Witt erreichten nach 12 Seetagen am 7. März Hong Kong.
Der „Tanja Pokal“ ging an die Führung einer Ausbildungsreise, im Rahmen der Unternehmung „Abenteuer Hochseesegeln“ mit jugendlichen Crewmitgliedern, mit der „Wappen von Bremen“ auf der Etappe von Belfast über Lerwick, Kristiansund, Swolwær nach Tromsø. Der Preis ging an Schiffer Sven Nehlsen von der SKWB mit seiner Crew. Der Preisausschuss lobte besonders drei Reisen die in diesem Jahr der Ausbildung von Jugendlichen dienten. Die Schiffer Sven Nehlsen, J. P. Berendsen und Otto Knechtel planten mit dem Wappen von Bremen eine Reise in drei Etappen, die segelbegeisterten Jugendlichen angeboten wurde. Den Jugendlichen wurde Seemannschaft nicht nur in Praxis und durch Bordroutine vermittelt, sondern auch in Theorie vertieft mit dem Wappen als schwimmendem Klassenzimmer. Die drei Etappen, durch navigatorisch anspruchsvolle Gebiete, gingen von Belfast über Tromsø zum Nordkap, dann wieder südwärts zu den Lofoten und durch die norwegischen Fjorde über Stavanger zurück nach Bremerhaven. Zwei Etappen dieser Ausbildungsreise wurden vom Preisausschuss besonders ausgezeichnet. Die erste Etappe der Ausbildungsreise wurde in diesem Jahr mit dem Tanja Pokal ausgezeichnet mit Schiffer Sven Nehlsen, den Wachführern Tobias Teichmann, Gunnar Franken und der Crew Johannes Emigholz, Frank Stucky, Dirk Heitmann, Andre Engelhardt, Tobias Siebert, Moritz Dyck. Das Wappen segelte vom 27. Juni bis zum 11. Juli 2009 1534 Seemeilen von Belfast über Lerwick, Kristiansund, Svolvær nach Tromsø. Die junge Crew um Sven Nehlsen mit einem Durchschnittsalter von 23 Jahren hatte das anspruchsvolle Ziel in 13 Tagen von Belfast nach Tromsø zu segeln. Auch wenn die Hälfte der Crew noch keine Hochseeerfahrung hatte, konnte die Reise durch gute Vorbereitung sicher durchgeführt werden.
Die Reise in Seegebiete mit Stromversatz, hohem Seegang und Starkwind hat die Crew zwar auf eine harte Bewährungsprobe gestellt, aber letztlich eine motivierte Crew geformt. Ein Höhepunkt der Reise war dann mit klassischem Zeremoniell die Überquerung des nördlichen Polarkreises. Neptuns Gesandter befand nach eingehender Prüfung alle Crewmitglieder als würdig, in den Zirkel der Polarfahrer aufgenommen zu werden. Das Wappen konnte ohne Schäden zeitgerecht an die Folgecrew in Tromsö übergeben werden.
Der „Franz-Perlia-Seefahrtspreis der Jugend“ wurde ebenfalls für eine Etappe der Unternehmung „Abenteuer Hochseesegeln“, von Tromsø zunächst nordwärts bis auf eine Position auf 71° 10´ Nord und wieder Kurse südwärts durch die norwegischen Fjorde nach Stavanger vergeben. Den Preis erhielten Schiffer Jörg-Peter Berendsen (SKWB) und seine Crew. Auch der Franz-Perlia-Seefahrtspreis der Jugend, auch als „rasender Backschafter” bekannt, konnte an das diesjährige Ausbildungsunternehmen vergeben werden.
Mit Schiffer J. P. Berendsen, Michael Rapp, Ernst Folz und den Trainees Lars Bode, Maximilian Kaulvers, Stefan Mommertz, Ludwig Bayer, Ingmar Bücker, Maximilian Epping, Henning Meineken segelte das Wappen vom 11. Juli bis zum 25. Juli 2009 1.261 Seemeilen von Tromsø nach Stavanger. Das erste Reiseziel waren 71° 10′ Nord, der Breitengrad auf dem auch das Nordkap liegt. Es wurden immer wieder terrestrische Navigationsübungen gemacht und Praxis mit Beschickungen für Mißweisung, Abtrift und Strom vermittelt. Bei Kompaßmißweisungen bis zu 15° und mit insbesondere bei den Lofoten bis zu 4 Knoten in unterschiedliche Richtungen setzendem Strom wurden die klassischen Verfahren der terrestrischen Navigation angewendet. Die Fahrt in die norwegischen Fjorde war für Alle ein besonderes Erlebnis.
Der „Rolf-Schmidt-Gedächtnispreis“ für die beste Yacht der vom Stifterrat für 2009 vorgegebenen Regattaserie ging in diesem Jahr an die Yacht „Leu“. Der Rolf Schmidt Gedächtnispreis wurde vom Stifterrat für 2009 ausgegeben für das punktbeste Schiff nach ORC in den Regatten „Rund Helgoland”, „Helgoländer Acht”, „Edinburgh-Regatta”, „Welcome-Race” der Kieler Woche sowie dem „Blue Ribbon Cup”. Der Stifterrat wusste bei seiner Entscheidung im Herbst 2008 nicht dass der „Blue Ribbon Cup” mangels Sponsoren im Jahre 2009 nicht stattfinden würde. Insoweit blieben zur Wertung nur die vier übrigen Regatten. Keines der beteiligten Schiffe hat alle vier Regatten gesegelt, so dass letztendlich nur diejenigen Schiffe in die Wertung kamen, die mindestens drei Regatten gesegelt haben. Unglücklich war auch, dass Schiffe, die den „Kiel Cup” gesegelt haben, nicht am „Welcome-Race” teilnehmen konnten. Insoweit kamen in die engere Wertung lediglich „Sunbird Dry” und „Leu”, die alle Regatten bis auf die Edinburgh-Regatta gesegelt hatten, und „Nautilus”, die zwar die beiden Helgoländer Regatten und die Edinburgh-Regatta segelte, aber nicht das Welcome-Race. Sieger nach Punkten mit 16 Punkten ist die Yacht „Leu”, dadurch begünstigt, dass nach Edinburgh nicht so viele Yachten gesegelt sind und die Nichtteilnahme in der Klasse nur 5 Minuspunkte ergab, während „Nautilus” für die Nichtteilnahme am Welcome-Race 14 Minuspunkte kassierte. Nur dadurch kam „Nautilus” auf den zweiten Platz hinter Leu. „Sunbird Dry” erreicht den dritten Platz mit insgesamt 33 Punkten bei 5 Minuspunkten für das DNS der Edinburgh-Regatta. „Leu GER 6009″ mit Steuermann Klaus Löwe, ist glücklicher Gewinner des Rolf Schmidt Gedächtnispreises 2009, während „Nautilus GER 201″, Dr. Michael Kohlhoff, der etwas unglückliche Zweite ist, da er was die reine Platzierung in den gesegelten Regatten anbelangt, die besten Plätze erreichte. Für das nächste Jahr 2010 wird der Rolf Schmidt Gedächtnispreis wie folgt ausgeschrieben: Punktbeste Yacht in den Klasse 1 und 2 ORC-Club und ORC-International der Regatten „Rund Helgoland”, „Helgoländer Acht” und „Skagen-Regatta”. Im Bild Stifterrat und Freunde des Rolf-Schmidt Gedächnispreises.
Erstmals auf dem Hochseeseglerabend 2009 vergeben wurden die Preise der RVS Regattavereinigung Seesegeln für Mittel- und Langstrecken-Regatten. Die beiden erstplazierten Boote waren: „Varuna Xpress“, Kai Haupthoff SCE Eckernförde und „Patent 3“, Skipper Jürgen Klinghardt SKWB mit Steuermann Jens Tschentscher SVW
Der Senator für Inneres und Sport, Ulrich Mäurer, der Vorsitzende der Segelkameradschaft „Das Wappen von Bremen“, Dr. Jochen Orgelmann und Vorsitzende der RVS Regattavereinigung Seesegeln, Uwe Wenzel, haben die Preise übergeben. Neu in der Regattasaison 2009 hat die Regattavereinigung Seesegeln eine eigene Ranglistenwertung für Mittel- und Langstreckenregatten eingeführt. Damit wird den Seglern eine eigene Ranglistenwertung innerhalb der RVS angeboten, die nicht unbedingt Up- and Down-Regatten segeln wollen. Für diese Ranglistewertung wurden folgende Regatten gewertet:
Rotesand-Regatta, Glückstadt-Regatta, Flensburger Frühjahrswoche Mittelstrecke, Nordsee-Woche incl. Edinburgh, Aalregatta, Kieler Woche Senatspreis und Silbernes Band, Warnemünder Woche Rund Bornholm, Travemünder Woche Mittelstrecke, IDM Offshore in Flensburg. Die beiden erstplazierten Boote, „Varuna Xpress” von Kai Haupthoff SCE Eckernförde und „Patent 3″ mit Skipper Jürgen Klinghardt SKWB und Steuermann Jens Tschentscher SVW, liegen auch in den Gesamtranglisten weit vorne. Dies zeigt, dass sich die verschiedenen Regattaformate ergänzen und nicht gegeneinander gerichtet sind.
Erfreulich ist auch die Tatsache, dass der Gesamtsieger „Varuna Xpress” an allen hochrangigen Regattaserien in Nord- und Ostsee erfolgreich teilgenommen hat.
Die „Varuna Express” startete auch international wie beim diesjährigen Fastnet-Race bei dem auch unsere „Bank von Bremen” vertreten war. Die Übergabe der Preise an die Preisträger erfolgte durch den Senator für Inneres und Sport, Herrn Ulrich Mäurer, dem Vorsitzenden der Segelkameradschaft “Das Wappen von Bremen”, Dr. Jochen Orgelmann und dem Vorsitzenden der RVS Regattavereinigung Seesegeln, Uwe Wenzel.
Nach einem eindrucksvollen Film und einigen historischen Bildern der Segelkameradschaft von anspruchsvollen Regatten bis zu expeditionsartigen Hochseereisen. Bewirtete die SKWB seine fast ausschließlich männlichen, in dunkelblauem Blazer gekleideten Gäste mit dem traditionellen Menü aus Schlicksuppe, Braunkohl, Pinkel, Rote Grütze. Wie seit Jahrzehnten üblich, wurde das Tischmahl in der Oberen Rathaushalle zu Bremen mit heimischen Bier serviert. In launigen Tischreden ging es wiederum auf die Rivalität zwischen Bremen und Hamburg, die vereinzelte Anwesenheit des weiblichen Geschlechts auf dem Hochseeseglerabend und politische Anliegen der Segler, unter anderem bei der Genehmigung von Offshore Windparks. Besonders aufs „Korn“ genommen wurde vom Vorsitzenden der SKWB, Dr. Jochen Orgelmann, die Ende August dieses Jahres durchgeführten umfangreichen Kontrollen des Sportboot- und Reiseverkehrs sowie der Betriebe in den Häfen der deutschen Nordseeküste und Elbe durch den Zoll, die Wasserschutz- und Bundespolizei. Bei der Suche nach Schwarzarbeitern in 120 Betrieben sowie für die Kontrolle von rund 820 Sportbooten und 1.450 Reisenden setzte der Zoll insgesamt 240 Personen ein. Als Ergebnis der Sportbootkontrollen wurde gemeldet, dass 32 Besitzer von Sportbooten den „zollredlichen Besitz“ der Yacht vor Ort nicht erbringen konnten – das heißt, der Nachweis über die entrichtete Mehrwertsteuer war nicht an Bord. Die somit vom Zoll aufgeforderten Eigner reichten aber ausnahmslos hinterher die geforderten Unterlagen ein. Es wurde kein Steuerstrafverfahren eingeleitet. Allerdings wurd in einem Fall nicht ordnungsgemäßer Treibstoff im Tank gefunden, wobei nicht geklärt werden konnte, ob der gefärbte Diesel unrechtmäßig eingeführt worden ist. Fragwürdig bleibt, dass obwohl das Ergebnis eigentlich deutlich macht, dass sich die Sportbootfahrer durchweg an die Gesetze halten, planen Polizei und Zoll diese so genannten verdachtsunabhängigen Kontrollen weiter durchzuführen.
Zum Ausklang des Abends traf sich ein großer Teil der Hochseesegler in der Umgebung des Bremer Marktplatzes mit Roland, dem historischen Rathaus und dem Bremer Dom direkt neben der Bürgerschaft in den Räumlichkeiten der Havanna Lounge Bremen. Im hanseatischen Ambiente des alten Bremer Börsenhofes, der ehemaligen Wertpapierbörse aus dem Jahr 1862, unterhielt man sich noch lange über die Freude am Segeln auf offenem Meer.
Der Hochseeseglsport wird unterstützt von
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