Von den Wirren der Trimmregeln. Über Segel- und Masttrimm ist schon viel geschrieben und noch mehr geredet worden. Es gibt eine Fülle von Handlungsanleitungen darüber, mit welchen Maßen der Mast in das Boot zu stellen sei, damit er "optimal" steht (Mastfußposition, Mastfall, Salingslänge und -winkel, Wantenspannung usw.). Es gibt auch Anleitungen dazu, wie der "Fockschotwinkel" sein müsse oder wie die "Düse" oder der "Twist" auszusehen habe (z. B. http://www.fritz-segel.de/service/pdf/korsartrimm2002.pdf). Den Neuling beim Regattensegeln beeindruckt solches "Wissen", und der alte Hase "weiß Bescheid". Die Liste solcher Regeln ist lang, aber keineswegs immer richtig oder brauchbar. Brauchbar sind solche Anleitungen schon immer dann nicht, wenn sie einen von Wichtigerem bei der Regatta ablenken und man vor lauter Trimmregeln keine Zeit mehr für Taktik und Windbeobachtung (vgl. Theorie des Kompasssegelns) findet. Wer solche Trimmanleitungen ernst nimmt und - auf eine ganze Wettfahrt verteilt - seine Gedanken mehr als eine Minute darauf konzentriert, wird die wirklichen Chancen in der Wettfahrt nicht erkennen und - verpassen. Als weiteres abschreckendes Beispiel möchte ich den Artikel in http://www.int505.de/berichte/505pinel.rtf über Segeltrimm anführen (Der Artikel ist inzwischen aus dem Internet verschwunden), wobei ich betone, dass die Auswahl zufällig ist und auch manchen anderen Aufsatz hätte treffen können. Mein Rat vorweg: Vergessen Sie schnellstens solche Trimmanleitungen! Manch einer beschäftigt sich während der Wettfahrt mit Unwichtigem und übersieht dabei die Chance, ein paar Plätze wieder gut zu machen.