Segeln auf einem Oldtimer in der Türkei und Griechenland. Atmosphäre pur. Excellente Küche, eine Revierkenntnis von mehr als 30 Jahren. Eines der schönsten Schiffe des Mittelmeers.Wir segeln in diesem Jahr im Dodecanes zwischen Kos und Samos. Auf der Suche nach Vulcanen, traum Buchten und Heiligen. Ein Schiff mit viel Platz an Deck,wo Sie auch bequem unter dem Sternenzelt schlafen können. Wenn Sie Lust haben können Sie Navigation und Segeln lernen.Oder Lykien besuchen unter guter Führung, der Kpt. ist auch Prof. für Kulturanthropologie. Oder ganz einfach erholen, baden, träumen ein Dolce Vita leben auf einem Schiff das über 100 Jahre alt ist. Willkommen an Bord.
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Auszug aus der Süddeutschen Zeitung
Kaptan Josef's Abenteuer:
Es gibt Menschen, denen ist die Gabe des Geschichtenerzählens in die Wiege gelegt. Wenn Josef, der Familienname Weichsberger sei hier nur der Vollständigkeithalber erwähnt, denn Josef heißt zwischen Barcelona und Antalya einfach Josef, wenn also Josef Geschichten erzählt, dann schießen die Augen Blitze, sausen die Hände durch die Luft, wird der Ellenbogen des Zuhörers plötzlich gepackt und wild hin und her geschüttelt.
Also, Josef war ein braver, biederer, aber auch ziemlich erfolgreicher Bundesbürger. Er wurde vor 53 Jahren im Pasinger Krankenhaus geboren. Er lernte den Beruf des Möbelkaufmanns, war mit 19 Jahren Geschäftsführer, durchlief die harte Schule der Fernmelder bei der Bundeswehr, sattelte um in die Werbebranche, wo er eine Firma aufmachte und gutes Geld kassierte. Mit 30 hatte er genug davon, kündigte Wohnung, Versicherungen, Job und Freundeskreis und zog mit Sack und Pack (= Frau Renate) auf ein neun Meter langes Segelboot nach Italien. Die Handhabung eines solchen Fortbewegungsgerätes kannte er von Kindesbeinen an, schließlich hatte Papa eine Jolle auf dem Ammersee.
Auf einer Tour von Caorle nach Porec in Istrien hatte der junge Mann "Salzwasser geschluckt", wonach man süchtig werden kann. Und so begann vor 13 Jahren ein ganz anderes Leben.
Geplant war als erster Anlaufpunkt auf dem Weg rund um die Welt die Karibik. Doch dann kam dieses Gefühl, zu nichts verpflichtet zu sein, machen zu können, was du willst", und dieses Gefühl sagte ihm: Fahr mal runter nach Rhodos und schnuppere rüber in die "damals noch jungfräuliche Türkei".
Dort unten ist Orient, ist Basar und Raki, ist landschaftliche Schönheit gepaart mit mediterraner, levantinischer Lebensart. Die Karibik hat Josef bis heute nicht gesehen. Dafür hat Josef sich die Levante untertan und ihre Lebenskunst zu eigen gemacht.
Diese Eroberung passierte mit der "Neptun". Dieser dicke, fette, grüne Colin-Archer, fast 100 Jahre alt und satte 58 Tonnen schwer, ist ein Spiegelbild seines Besitzers, nur ein bißchen ruhiger vielleicht.
Josef bekam die 20 Meter lange "Neptun" vom Voreigner nur, weil er im Zeichen des Wassermanns geboren ist, einen güldenen Dreizack am Halskettchen trägt und weil sein damaliger Hund namens "Nase" beim ersten Besuch auf dem Vorschiff ein Häufchen hinterließ. Das bringe Glück, sagte der Besitzer und reichte Josef die Hand.
Josef, Renate und der neue Hund "Cicca" (kommt von "cicculina" und bedeutet "klein und fett") lebten nun also auf dem Boot, im Heimathafen Bodrum an der kleinasiatischen Küste, und vom Herumschippern meist deutscher Gäste.
Doch all das war noch immer nicht "die Freiheit des Genießens". Und so machten sich Josef und Renate vor vier Jahren auf zu einer sieben Monate langen Reise, rüber nach Alexandria und rauf auf den Nil.
Noch heute, wenn Josef irgendwo im Dodekanes oder an Smyrnas Küste festmacht, kommen die Segler, die dort leben und sagen: "Josef, erzählt die Geschichte vom Nil." Und Josef erzählt. Der Nil wird lebendig, fließt vor unseren Augen, Sandbänke bauen sich auf. Fliegen summen und nerven, Kinder betteln, und die "Neptun" wummert durch all die Hindernisse, schlängelt sich durch den Fluß der Flüsse und durch Jahrtausende der Geschichte.
"Der Nil hat tiefe Furchen in mein Herz gegraben", sagt Josef heute. Es war eine Herausforderung, nicht nur als Fluß, nicht nur als Naturereignis. Die Herausforderung einer anderen Kultur, mit all ihren bürokratischen Hemmnissen und Wirrnissen. Josef und Renate waren die letzten Ausländer, die auf einem Segelschiff mit fremder Fahne den Nil befahren durften.