Von Warnemünde nach Utklippan. Ein paar Wochen vor dem lang ersehnten Urlaubstoern sah es eigentlich immer ganz toll aus, deshalb hatten wir uns auch endlich dazu entschlossen, diesmal geht es von unserem Heimathafen aus Richtung NO, das Zauberwort hiess "UTKLIPPAN", ein Naturhafen, der uns schon lange in den Erzaehlungen unserer Freunde so richtig "heiss" machte. Unsere Route - die bis dato eigentlich an der Nordspitze von Bornholm seine weiteste Entfernung hatte -wuerde sich also um ein paar Seemeilen verlaengern! Was da so an "Wunderbaren" in einsamer Natur zu entdecken waere, reizte unsere Robinsonader bis zum Aeussersten, so dass auch der bisherige Einwand: - in 3 Wochen Urlaub ist Bornholm gerade noch so ohne Stress zu erreichen - einfach ueber Bord geworfen wurde und die Planung es uns bestaetigte: Diesmal klappt es - wir laufen in einer Tag- und Nachtfahrt von Warnemuende aus an der Westkueste von Bornholm hoch nach Utklippan, um dann auf der Rueckfahrt an einigen huebschen Plaetzen zu verweilen - dachten wir jedenfalls!! Aber es sollte doch alles ganz anders kommen, denn wenn uns der Wind zu Beginn und vor Antritt der Reise so richtig euphorisch machte, so sollte er uns gleich nach dem Losmachen der Leinen beweisen, dass er von nichts und niemandem zu beeinflussen ist und er sozusagen als ungekroenter Koenig der Segler nur seine eigenen Gesetze und Regeln befolgt und die hatten wohl mit unseren Wuenschen, was unser Vorhaben betrifft, so gar nichts gemein. Schon als wir die imposante Kulisse von Warnemuende ueber unserem Heckspiegel betrachten konnten und uns gerade mal so ueber die im Laufe der letzten Jahre veraenderten Ansteuerungsmerkmale dieser schoenen Hafenstadt unterhielten, bemerkten wir, dass unsere Segel sich wohl selbststaendig gemacht haben mussten, denn unser Kurs geriet arg aus dem Limit, bzw. das Tuch fing erbaermlich an zu schlagen. Natuerlich war unser Segeltrimm immer noch fixiert und wir mussten es eingestehen, unmerklich aber stetig drehte der luftige Geselle ueber achterlich nach vorlich, bis er letztendlich genau aus der Richtung stehen blieb, wo wir eigentlich hinwollten. Kurz gesagt, in einem staendigen Kampf gegenan, staendig auf der Kreuz erreichten wir Bornholm etwas mit einer Verspaetung von sage und schreibe 20 Stunden! Aber wenn uns "Rasmus" auch mit seiner Eigenwilligkeit einiges Kopfzerbrechen bereitete, so haben wir ihm doch die "Stirn", in unserem Falle den "Bugspriet" geboten und unseren Dickkopf durchgesetzt - abgesehen vom Zeitverzug, aber was sind schon 20 Stunden - wir hatten Urlaub und zwar 18 Tage. Und diese Ueberlegung war es auch, was uns zur ersten Etappenaenderung veranlasste. Bei so einer Abendkulisse an der Nordspitze von Bornholm - eine in goldenes Licht getauchte Hammerhus-Ruine - da brauchte es keine grosse Ueberredungskunst, um uns ganz schnell zu entschliessen, wir machen einen Zwischenstop auf unserer "Lieblingsinsel", dieser Perle in der Ostsee mit dem Flair eines Suedseeatoll´s, zumindestens was das, durch die Felsen erreichte, besondereKlima der Insel betrifft.