Ostsee, September 2000. Nun gut, ich sollte mich vielleicht vorweg als echte „Landratte“ outen, der ein Segelschiff höchstens aus der TV-Werbung einer großen deutschen Biermarke kennt. Ein paar Fährfahrten nach Langeoog und Helgoland oder ne Hafenrundfahrt in Hamburg, da hört es dann auch schon bei mir mit christlicher Seefahrt auf. Ich mag das Meer, keine Frage, aber doch eher von Landseite aus, schön am Strand spazieren, mit dem Rauschen der Wellen aus sicherer Entfernung. So war ich einigermaßen überrascht, als mich Bernd, ein Kollege, zu einem einwöchigen Segeltörn auf der Ostsee einlud. Meine Bedenken, hinsichtlich Seekrankheit und Sicherheit auf den, in meinen Augen „Nussschalen“ konnte Bernd nicht völlig ausräumen. Ein Vorab-Treffen mit allen Teilnehmern steigerte mein Vertrauen dann doch etwas. Da saßen vier gestandene Männer in den 40gern und 50gern, die schone einige Seemeilen zurückgelegt haben, und wohl wissen sollten, was zu tun ist, um sicher wieder in den Heimat-Hafen zurück zu kehren. Die Neugier siegt, ich komme mit.